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Arbeiten mit "Gott im Maschinensaal"

 

Gustav Werner erlebte die Frühphase der Industrialisierung: eine Zeit von Armut und Ausbeutung. Früh erkannte er, dass reiner Kapitalismus die Lage der Menschen nur verschlech-
tern würde. Seine Idee: Die Industrie mit christlichen Grundsätzen zu durchdringen und die Fabriken zu einem "Tempel Gottes" auszubauen.

 

Zu Beginn seiner diakonischen Arbeit finanzierte sich Gustav Werners Gemeinschaft noch durch Strick- und Häkelarbeiten und durch seine Vorträge. Bald schon traten jedoch auch Handwerker und Winzer in die Hausgenossenschaft ein und gründeten erste anstaltseigene Handwerksbetriebe.

 

1850 kaufte Gustav Werner die Reutlinger Papierfabrik an der Echaz, die 1861 nach Dettingen/Erms verlegt wurde und aus der weitere Werkstätten hervorgingen.

 

Die Papierfabrik war die erste "christliche Fabrik". Gustav Werner waren menschenwürdige Arbeitsbedingungen besonders wichtig: Er sorgte für begrenzte Arbeitszeiten und ausreichende Löhne, Gewinn-
beteiligung, Krankenvorsorge und nach zehn Jahren auch für eine Alterssicherung.

 

Vor allem aber verschaffte er solchen Menschen Arbeitsplätze, die auf dem regulären Arbeitsmarkt keine Chance bekommen hätten. Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen, die er liebevoll "halbe Kräfte" nannte, fanden Arbeit in der Kartonagen- und Tütenfabrikation. Waisenkinder, um die sich sonst keiner kümmerte, erhielten in den Schulen und Lehrbetrieben der Werner'schen Anstalten eine fundierte Ausbildung entsprechend ihrer Fähigkeiten. Alle sollten sie am Arbeitsleben teilhaben können.

 

Musterbeispiel ist Wilhelm Maybach, der als Waise von Gustav Werner aufgenommen wurde und eine Ausbildung zum technischen Zeichner erhielt. In Werners Maschinenfabrik lernte er deren Vorstand Gottlieb Daimler kennen, mit dem er später die Entwicklung des Automobils entscheidend beeinflusste.

 

Gustav Werner hat es geschafft, christliche Nächstenliebe mit wirtschaftlichem Denken und Handeln zu verbinden. Der ehemalige Bundespräsident Theodor Heuss formulierte es 1949 so: "Gustav Werner holte Gott in den Maschinensaal".

 

Und heute? Es gibt immer noch viele Menschen, die es auf dem normalen Arbeitsmarkt sehr schwer haben. Die BruderhausDiakonie arbeitet im Sinne Gustav Werners weiter dafür, dass benachteiligte Menschen gefördert werden und an einem normalen Arbeitsleben teilhaben können.

Das Lebenswerk von Gustav Werner
In eindrucksvollen Bildern zeigt der Film das Lebenswerk von Gustav Werner von den Anfängen bis in die heutige Zeit.

Film in 3 Teilen, Gesamtlänge
ca. 28 min
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